Gefahrstoffe

Gefahrenpiktogramme (GHS-Symbole) – Bedeutung, Übersicht und richtige Anwendung im Betrieb

📅01.10.2026 🕛10 Minuten lesen

In vielen Betrieben gehören Chemikalien längst zum Arbeitsalltag: Reinigungsmittel, Farben, Lösungsmittel, Gase oder technische Hilfsstoffe. Doch welche Gefahren gehen von diesen Stoffen aus? Und wie erkennen Mitarbeitende auf einen Blick, worauf sie beim Umgang achten müssen?

Die Antwort liefern die Gefahrenpiktogramme nach dem GHS‑System. Sie sorgen für eine einheitliche, schnell verständliche Kennzeichnung gefährlicher Stoffe und sind ein zentraler Bestandteil des betrieblichen Arbeitsschutzes.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • was GHS‑Symbole sind,
  • warum sie so wichtig sind,
  • welche Gefahrenpiktogramme es gibt,
  • und wo sie im Unternehmensalltag eingesetzt werden müssen.

Was sind Gefahrenpiktogramme (GHS-Symbole)?

Gefahrenpiktogramme sind standardisierte Warnsymbole, die auf chemischen Stoffen und Gemischen angebracht werden. Sie zeigen auf einen Blick, welche Gefahren von einem Produkt ausgehen können – etwa für Gesundheit, Umwelt oder durch physikalische Reaktionen.

Die Abkürzung GHS steht für
„Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals“
(Globally harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien).

Ziel des Systems ist eine weltweit einheitliche Kennzeichnung, unabhängig davon, ob ein Stoff in Deutschland, Europa oder einem anderen Land verwendet wird.

Chemikalienflasche auf einem Sicherheitsdatenblatt mit GHS-Gefahrenpiktogrammen

In vielen Betrieben gehören Chemikalien längst zum Arbeitsalltag: Reinigungsmittel, Farben, Lösungsmittel, Gase oder technische Hilfsstoffe. Doch welche Gefahren gehen von diesen Stoffen aus? Und wie erkennen Mitarbeitende auf einen Blick, worauf sie beim Umgang achten müssen?

Die Antwort liefern die Gefahrenpiktogramme nach dem GHS‑System. Sie sorgen für eine einheitliche, schnell verständliche Kennzeichnung gefährlicher Stoffe und sind ein zentraler Bestandteil des betrieblichen Arbeitsschutzes.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • was GHS‑Symbole sind,
  • warum sie so wichtig sind,
  • welche Gefahrenpiktogramme es gibt,
  • und wo sie im Unternehmensalltag eingesetzt werden müssen.

Was sind Gefahrenpiktogramme (GHS-Symbole)?

Gefahrenpiktogramme sind standardisierte Warnsymbole, die auf chemischen Stoffen und Gemischen angebracht werden. Sie zeigen auf einen Blick, welche Gefahren von einem Produkt ausgehen können – etwa für Gesundheit, Umwelt oder durch physikalische Reaktionen.

Die Abkürzung GHS steht für
„Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals“
(Globally harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien).

Ziel des Systems ist eine weltweit einheitliche Kennzeichnung, unabhängig davon, ob ein Stoff in Deutschland, Europa oder einem anderen Land verwendet wird.

Warum sind GHS-Gefahrensymbole so wichtig?

Chemikalien erleichtern viele Arbeitsprozesse – bergen jedoch auch erhebliche Risiken. Ohne klare Kennzeichnung könnten Gefahren unterschätzt oder falsch eingeschätzt werden.

Die GHS‑Symbole sorgen dafür, dass:

  • Risiken schnell erkannt werden
  • Schutzmaßnahmen richtig gewählt werden
  • Fehlanwendungen vermieden werden
  • Arbeits‑ und Gesundheitsschutz verbessert wird

Ein international einheitliches System verhindert Missverständnisse – besonders im globalen Handel und beim Einsatz importierter Produkte.

Die wichtigsten Vorteile der GHS-Kennzeichnung:

  • Vereinfachung des internationalen Chemikalienhandels
  • Einheitliches Sicherheitsniveau weltweit
  • Erhöhter Schutz für Mitarbeitende, Verbraucher und Umwelt

Bedeutung der GHS-Symbole im betrieblichen Arbeitsschutz

GHS‑Piktogramme haben direkte Auswirkungen auf viele Bereiche im Unternehmen, unter anderem auf:

  • Gefährdungsbeurteilung
  • Gefahrstoffverzeichnis
  • Betriebsanweisungen
  • Sicherheitsdatenblätter
  • Mitarbeiterunterweisungen
  • Kennzeichnung von Gebinden
  • Lagerung und Transport
  • interne Etikettierung

Ein fehlerhafter oder fehlender Einsatz kann schnell zu rechtlichen Problemen und Sicherheitslücken führen.

GHS-Gefahrenpiktogramme – Übersicht und Bedeutung

Es gibt neun verbindliche Gefahrenpiktogramme, die einzeln oder kombiniert auftreten können.

GHS01 – Explosiv (Symbol: explodierende Bombe)

Beschreibung: Warnt vor explosiven Stoffen und Gemischen.
Beispiele: Sprengstoffe, Feuerwerkskörper

 

GHS02 – Entzündlich (Symbol: Flamme)

Beschreibung: Kennzeichnet entzündliche Flüssigkeiten, Gase und Feststoffe.
Beispiele: Benzin, Ethanol, Aceton.

 

GHS03 – Oxidierend (Symbol: Flamme über einem Kreis)

Beschreibung: Kennzeichnet Stoffe, die Brände verursachen oder verstärken können.
Beispiele: Wasserstoffperoxid, Kaliumpermanganat.

 

GHS04 – Gas unter Druck (Symbol: Gasflasche)

Beschreibung: Kennzeichnet Gase unter Druck, die bei Freisetzung gefährlich sein können.
Beispiele: Propan, Butan.

 

GHS05 – Ätzend (Symbol: Ätzwirkung)

Beschreibung: Warnt vor Stoffen, die Haut, Augen und Materialien zerstören können.
Beispiele: Salzsäure, Natriumhydroxid.

 

GHS06 – Giftig (Symbol: Totenkopf mit gekreuzten Knochen)

Beschreibung: Kennzeichnet hochgiftige Stoffe, die schwere Gesundheitsschäden oder Tod verursachen können.
Beispiele: Cyanide, Methanol.

 

GHS07 – Gesundheitsgefährdend (Symbol: Ausrufezeichen)

Beschreibung: Warnt vor Stoffen, die gesundheitsschädlich sein können.
Beispiele: Ammoniak, Dichlormethan.

 

GHS08 – Krebserzeugend/Mutagen/Reproduktionstoxisch (Symbol: Gesundheitsgefahr)

Beschreibung: Kennzeichnet Stoffe, die krebserregend, erbgutverändernd oder fortpflanzungsgefährdend sein können.
Beispiele: Asbest, Benzol.

 

GHS09 – Umweltgefährlich (Symbol: Umwelt)

Beschreibung: Warnt vor Stoffen, die eine Gefahr für die Umwelt darstellen.
Beispiele: Quecksilber, Blei.

 

Gestaltung der GHS-Piktogramme (CLP-Verordnung)

Das Erscheinungsbild der Gefahrenpiktogramme ist eindeutig geregelt:

  • rautenförmig (auf der Spitze stehend)
  • roter Rahmen
  • schwarzes Symbol
  • weißer Hintergrund

Auch Mindestgrößen für Etiketten und Texte sind in der CLP‑Verordnung (EG Nr. 1272/2008) festgelegt.

Wie viele GHS-Piktogramme gibt es?

Es gibt insgesamt 9 GHS-Symbole. Sie werden einzeln oder in Kombination verwendet. Gefährliche Chemikalien werden auf der Grundlage ihrer Gefährlichkeit in verschiedene Gefahrenklassen eingeteilt. Nach dem GHS gibt es insgesamt 28 davon. 16 davon sind der physikalisch-chemischen Gefahrenklasse zugeordnet, 10 der Gesundheitsgefahrenklasse und 2 der Umweltgefahrenklasse. Jede Klassifizierungsstufe hat auch entsprechende Unterkategorien.

Signalwörter, H‑Sätze und P‑Sätze

Als Ergänzung der Gefahrensymbole geben die Signalwörter auch den Grad der Gefahr an. Sie werden dem GHS-Piktogramm je nach Gefahrenklasse und -kategorie zugewiesen. Die folgenden zwei Signalwörter werden verwendet:

  • Gefahr: für höhere und ernstere Gefahrenkategorien
  • Achtung: für niedrigere und weniger gefährliche Gefahrenkategorien

Zusätzlich zu den Piktogrammen und Signalwörtern definiert das GHS-System auch Gefahren- und Sicherheitshinweise.

Die H-Sätze (Hazard Statements) sind verschiedene Gefahrenwarnungen. Sie ersetzen das alte System der R-Sätze. Die H-Sätze beschreiben die gefährlichen Eigenschaften eines Stoffes genauer und bestehen immer aus einer dreistelligen Zahl. Die Art der Gefahr lässt sich aus der ersten Ziffer der H-Sätze ableiten:

  • H2xx: Physikalisch-chemische Gefahren
  • H3xx: Gesundheitsgefahren
  • H4xx: Umweltgefahren

Darüber hinaus sind die P-Sätze (Precautionary Statements) immer mit den H-Sätzen verknüpft und können ebenfalls nach der Art der Gefahr gruppiert werden:

  • P1xx: Allgemeine Informationen
  • P2xx: Vorbeugende Maßnahmen
  • P3xx: Gegenmaßnahmen
  • P4xx: Hinweise zur Lagerung
  • P5xx: Hinweise zur Entsorgung

Gesetzliche Grundlage – CLP-Verordnung

Die Rechtsgrundlage für GHS-Symbole bzw. Gefahrenpiktogramme in der Europäischen Union (EU) ist die CLP-Verordnung. Die Abkürzung CLP steht für „Classification, Labelling and Packaging of Chemicals“ (Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Chemikalien). Die Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen wird jedoch oft umgangssprachlich einfach als GHS-Verordnung bezeichnet.

Im Prinzip müssen alle Chemikalien eingestuft und gekennzeichnet werden, bevor sie auf den Markt kommen. Die CLP-Verordnung gilt daher nicht nur für die Hersteller von chemischen Stoffen oder Gemischen, sondern auch für Importeure und nachgeschaltete Anwender. Alle müssen ihre Gefahrstoffe ordnungsgemäß einstufen und kennzeichnen.

Kann ein Gefahrstoff mehrere Piktogramme haben?

 

Ja, manche Gefahrstoffe sind mit mehreren Piktogrammen zu versehen. Auch wenn mehrere Piktogramme auf dem Etikett eines Gefahrstoffs abgebildet sind, darf immer nur ein Signalwort angegeben werden. Es ist immer dasjenige, dass die größte Gefahr darstellt.

Die drei Arten der Gefährdung gemäß GHS

Auch wenn es keine formelle Definition gibt, unterteilt das GHS die Gefahren in drei Hauptgruppen. Die Gefahren chemischer Stoffe werden im GHS in die drei Bereiche

  • Gesundheit,
  • Umwelt
  • und physikalische Natur

unterteilt.

Fazit: Sicherheit beginnt mit Verständnis

Gefahrenpiktogramme sind mehr als Symbole – sie sind ein zentrales Werkzeug im Arbeitsschutz. Wer sie versteht, kann Risiken früh erkennen und richtig handeln.

Unternehmen profitieren von:

  • besserem Schutz der Mitarbeitenden
  • klaren Unterweisungen
  • rechtssicherer Gefahrstofforganisation

Quellen:

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=celex%3A32008R1272

https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/einstufung-kennzeichnung-von-chemikalien/clp-verordnung

https://www.baua.de/DE/Themen/Chemikalien-Biostoffe/Chemikalienrecht/CLP/CLP_node.html

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